Trockenheit in Norddeutschland - Wie geht unsere Golfanlage damit um?

Die Großwetterlage im Norden unseres Landes ist wohl von keinem unbemerkt geblieben. Der wärmste und trockenste Mai nach über 130 Jahren Wetteraufzeichnung liegt hinter uns. Nicht ganz ein Viertel des Niederschlages wie im Vorjahr hat uns bisher erreicht. Auch der Juni bringt nicht die nötige Menge Niederschlag.

Harte Fairways, braune Stellen und fehlendes Wachstum sind die Folgen dieser Wetterlage.

Eine 27-Loch-Golfanlage - Wie hoch ist der tatsächliche Wasserbedarf?

Der maximale Wasserverbrauch darf 100.000 m³ pro Jahr nicht übersteigen. Wir gehen durchschnittlich von 100 Beregnungstagen pro Jahr aus.
Extreme Wetterlagen (langanhaltende Trockenheit) zwingen uns sparsam mit dem Element Wasser umzugehen und strenge Spielregeln einzuhalten. Durch eine wasserrechtliche Genehmigung können wir max. 50.000 m³ aus der fließenden Welle (Bach „Wittenbeck“) entnehmen. Dabei muss gewährleistet werden, dass der Bach 16l/Sek. an unserer Zapfstelle an Wasser vorbei führt und wir max. 1,7l/Sek. entnehmen. Damit ist erst einmal die theoretische Bedarfsmenge von 50% abgedeckt.

Die zweite Hälfte an Beregnungswasser ziehen wir über unsere Seenlandschaft. Hier haben wir ca. 150.000 m³ Oberflächenwasser als maximale Reserve. Hört sich erst einmal gut an- ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein! Da wir ausschließlich aus dem See an Bahn 18 Beregnungswasser entnehmen können, müssen wir zwingend auf die Uferzonen achten, hier darf der Wasserstand maximal 15 cm pro Tag Pegeln.
Bei Überschreitung versiegt der westliche Bachlauf.

Die Folge:
Die sich dort anschließenden Seen werden nicht mehr befüllt und die Ufervegetation vertrocknet.

All diese Faktoren und der Umstand mit der Ressource "Wasser" nachhaltig sparsam umzugehen, haben dazu geführt, dass wir die Fairway-Beregnung stark reduziert haben. Selbstverständlich hat sich damit die Spielqualität verschlechtert!

Ein Umstand den wir der Natur schuldig sind!

Ein gesundes Mittelmaß ist hierbei gefragt, ein Kompromiss, der sich auf lange Sicht lohnt und unsere Natur schützt.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis!

Fakten:
Bei 25°C Lufttemperatur, leichter Luftbewegung und keinem Niederschlag beträgt die Wasserverdunstung unserer Seenlandschaft ca. 400 m³. Der Jahres Niederschlag (Regen/Schnee) beträgt ca. 650 l pro m².

Welche Maßnahmen führen wir durch, um dem ein Stück weit entgegen zu wirken?
Das wichtigste in dieser Situation ist das richtige haushalten mit dem kostbaren Nass. Die Beregnung auf der gesamten Golfanlage wird teilweise eingestellt und es werden nur die empflindlichsten Bereiche bewässert.
Driving Range, Fairways, Abschläge sowie der gesamte Übungsbereich werden nur noch mit dem nötigsten versorgt. Aktuell bekommen nur noch unsere Grüns regelmäßig Wasser.

Ab einer Oberflächentemperatur von 30°C stellt sich das Wachstum der Gräser ein und sie werden braun - ein natürlicher Schutzmechanismus der Pflanze.
Eine weitere Maßnahme ist die Bewässerung per Hand. Dieser Weg ist deutlich zeitaufwendiger jedoch lassen sich so sehr stark vertrocknete Bereiche punktuell bewässern ohne große Verluste einzufahren.

Warum reagieren die Gräser so sensibel auf die Trockenheit und Temperatur?
Das Jahr war von Beginn an nicht optimal für die Gräser. Später Frost, viel Schnee und die damit verbundene Staunässe haben den Gräsern zu schaffen gemacht. Die Übergangsperiode - der Frühling - ist weitesgehend ausgeblieben. In dieser Zeit stärken sich die Gräser für gewöhnlich für den bevorstehenden Sommer. Ein direkter Umschwung von starker Nässe zu andauernder Trockenheit schwächen selbst den robustesten Golfrasen.